RE-PORT #4

Arbeitswelt 3.RECUP

Heute gibt es in unserem Transparenz-REport einen Einblick in die Arbeitswelt 3.RECUP. 

Vor 12 Monaten haben sich Fabian und Florian zusammengesetzt und sich vorgenommen auch im Bereich Arbeitsbedingungen etwas bewegen zu wollen und eine Vorreiterposition einzunehmen. 2 Wochen nach ihrem Kennenlernen haben sie das Folgende formuliert:        

“Bei reCup glauben wir an die Neugestaltung der Arbeitswelt und an die positiven Auswirkungen einer ausgeglichenen Work-Life-Balance. Wir wollen unseren Mitarbeitern ermöglichen, ihr Potential individuell zu entfalten und sich in ihrer Position selbst zu verwirklichen. Gesundheit, Gleichberechtigung und Arbeitssicherheit werden bei uns großgeschrieben. Offenheit für neue Trends und der Beitrag zu innovativer Arbeitsgestaltung sollen uns langfristig als Firma auszeichnen und reCup als Vorreiter in diesem Bereich positionieren.”

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Tabu-Thema Gehalt

Wie wir bei RECUP Gehalt verhandelt haben.

Ich (Leonie) arbeite jetzt seit gut 5 Monaten bei RECUP und möchte Euch an einem Beispiel erläutern, wie wir bei RECUP gemeinsam versuchen genau das umzusetzen - Tabu-Thema Gehalt.

Vorbereitung

“Bei RECUP werden wir unsere Gehälter selbst festlegen. Wir setzen uns mit dem (damals noch) neunköpfigen Team zusammen und legen gemeinsam fest, wer was verdient und warum”. Als ich diese Idee von Fabian und Florian gehört habe, kamen mir erst mal große Zweifel: wie kommt man mit neun Personen auf einen grünen Zweig? Wollen dann nicht alle das Gleiche verdienen? Weichen unsere Vorstellungen extrem voneinander ab? Welche Positionen im Unternehmen sollten besser bezahlt sein und heißt das, dass diese auch mehr wert sind? So richtig wohl gefühlt hat sich bei dem Gedanken wirklich niemand, dennoch sind wir dem Gespräch offen entgegengegangen. Von Fabian und Florian gab es für den Prozess nur zwei Einschränkungen. Erstens: “Der Geldtopf ist nicht unendlich groß”. Zweitens: “Alle müssen mit dem Vorgang einverstanden sein und sollte die Situation eskalieren, dürfen Fabian und Florian das Gespräch jederzeit beenden und individuelle Gehälter festlegen”. Das wurde per Handschlag besiegelt.

Der Prozess

In einer vorerst anonymen Abfrage hat jeder von uns sein/ihr Wunschgehalt auf einen Zettel geschrieben. Das eingeplante Budget für die Gehälter war in diesem Moment niemandem außer Florian und Fabian bekannt. In der ersten Runde lagen wir auch noch ein Stück weit über der Grenze, weshalb wir das Prozedere ein zweites mal wiederholt haben. Da wir nach der zweiten Runde nur noch knapp über dem geplanten Budget lagen, haben wir uns entschlossen die nächste Runde offen und transparent zu gestalten. Alle Wunsch-Gehälter wurden sichtbar aufgeschrieben und jeder konnte die Vorstellungen und Erwartungen gegenüber dem Team erklären. Zusätzlich haben Fabian und Florian die ursprünglichen Planzahlen für jede Stelle aufgeschrieben und erzählt, wie es zu dieser Planzahl kam.

Die Diskussion

Im offenen Gespräch haben wir jede Zahl gemeinsam betrachtet und die verschiedenen Wünsche und Vorstellungen diskutiert. Da wir uns alle in verschiedenen Lebenssituationen befinden, mussten natürlich auch Faktoren wie Kinder, Miete etc. betrachtet werden. Ich hätte erwartet, dass wir mit diesem Thema mindestens einen Tag verbringen und im Endeffekt wahrscheinlich doch Fabian und Florian entscheiden, wie wir mit den Gehältern verfahren. Aber so war es nicht. Das Ergebnis war beeindruckend und meine bzw. unsere Sorgen absolut unberechtigt. Anstatt für sich selbst das Beste rauszuholen, haben wir uns oft für die Interessen der anderen eingesetzt. Nach gerade mal 1,5 Stunden standen alle neun Gehälter fest und jeder von uns war zufrieden! Und noch mehr - als Team sind wir in diesen 1,5 Stunden spürbar zusammengewachsen.

Mein Fazit

Natürlich ist eine öffentliche Gehaltsverhandlung nichts, in das man sich einfach reinstürzen sollte - eine gewisse Grundharmonie im Team ist meiner Meinung nach eine wichtige Voraussetzung. Aber: Für uns bei RECUP war es mit Abstand eine der besten und spannendsten Erfahrungen und wir konnten auf mehreren Ebenen davon profitieren.

  1. Wir sind als Team zusammengewachsen.

  2. Wir sind mit unseren Gehältern zufrieden.

  3. Wir wissen, wo wir stehen und wo wir hinwollen.

  4. Wir verstehen den Beitrag, den wir leisten müssen, um auch in Zukunft selbst für Neues offen zu sein.

Insgesamt also eine tolle Sache! Ich hoffe wir können weiterhin kreativ bleiben und aktiv zu einem positiven Wandel der Arbeitswelt beitragen!

Eure Leonie

 

 

RE-PORT #3

 

it's All About The Money?

Im heutigen Transparenz-REport geht es um die Frage "Warum ist RECUP eine GmbH - nachhaltig sein und trotzdem For Profit?"
Im Folgenden erzählt euch Fabian von unseren Motiven für die Gründung einer GmbH und warum wir “For Profit” sind.

Nachhaltig wirtschaften

Wir haben lange darüber nachgedacht, welche Rechtsform für die Umsetzung von RECUP am besten geeignet ist. Unser Ziel ist es, zur Entwicklung eines nachhaltigen Wirtschaftssystems beizutragen. Dazu gehört für uns auch, Gewinne zu erzielen.

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RECUP For Profit?

Wieso ist RECUP eine GmbH?

 

Warum wollen wir etwas Gutes tun und gleichzeitig Gewinne erwirtschaften? Widerspricht sich das nicht?

Nein, aus unserer Sicht gehört das Erwirtschaften von Gewinnen zum Aufbau eines nachhaltigen Unternehmens dazu. Natürlich liegt unserem Handeln immer zu Grunde, ökologisch und sozial so nachhaltig wie möglich zu agieren. Nichtsdestotrotz wollen wir ein ökonomisch nachhaltiges - also langfristig tragfähiges - Unternehmen aufbauen und auf eigenen Füßen stehen. Für uns ist es wichtig, unseren Mitarbeitern faire Gehälter zu zahlen und durch die Abgabe von Steuern zu einem nachhaltigen Bestehen unseres Wirtschaftssystems beizutragen. Wir wollen also nicht auf finanzielle Mittel aus Fördertöpfen oder Spenden angewiesen sein. Unser Ziel ist es hierbei aber nicht, die Gewinne für uns selbst zu maximieren. Wir unterstützen den Gedanken des Entrepreneur’s Pledge (https://www.entrepreneurspledge.org/pledge) und sehen großes Potential darin, erwirtschaftete Gewinne zu reinvestieren, um unsere Sache voranzubringen.
Ein Geschäftsmodell das Umsätze aus etwas generiert, das weder ökologisch noch sozial nachhaltig aufgebaut ist, wird die Ressourcen, die für das eigene Handeln notwendig sind, früher oder später verbrauchen. Genau dies wollen wir vermeiden. Mit unserem Handeln möchten wir zum Umbruch im unternehmerischen Denken beitragen und weitere Unternehmen dazu bewegen, ihre Prozesse und Strukturen nachhaltig auszurichten und somit auf allen drei Ebenen der Nachhaltigkeit (ökologisch, sozial und ökonomisch) langfristig existenzfähig zu bleiben.
 

Wie finanzieren wir uns?

Wir finanzieren uns über die Mitgliedsgebühren der Anbieter. Mit 1€ pro Tag, den ein Anbieter für unser System und die Bereitstellung der Becher zahlt, kann ein Anbieter seine Ausgaben für Einwegbecher deutlich reduzieren und selbst ggf. Geld sparen (der Anbieter zahlt für unsere RECUPs nur das Pfand, welches später auch durch den Kunden gezahlt wird - also ein durchlaufender Posten). Für uns bedeuten Mitgliedsgebühren ein regelmäßiges Einkommen und Planungssicherheit, mit der wir unser Pfandsystem auch in Zukunft betreiben können.

Unsere Idee des Pfandsystems basiert auf dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft. Potentiell möchten wir jeden Becher wieder zurücknehmen können, um den Wertstoff Polypropylen wiederzuverwerten. Das bedeutet auch, dass wir Rücklagen für die Rücknahme der Becher bilden müssen und keine direkten Gewinne dadurch erzielen können, dass wir viele Becher in den Umlauf bringen.

Mit der Gründung einer GmbH haben wir aus unserer Sicht die richtige Grundlage geschaffen, wirtschaftlich frei zu handeln. Alles andere liegt verankert in unseren Grundsätzen, nachhaltig zu Handeln und unsere Prozesse und Strukturen dementsprechend zu optimieren.

Wir freuen uns über Eure Kommentare zu unseren Gedanken.
Ihr habt ein Thema, das Euch sehr interessiert und zu dem ihr gerne unsere Meinung hören möchtet? Dann schreibt uns gerne eine Mail an kontakt@recup.de.

 

 

RE-PORT #2

Wieso? Weshalb? Warum?

Heute geht es im Transparenz-REport um die Frage "Warum Kunststoff? Plastik- und Pappbechermüll vermeiden mit einem Pfandbecher aus Plastik?"

Nachhaltigkeit auf den zweiten Blick

Nach umfassender Recherche und Tests sagen wir, dass für Mehrweg-Pfandbecher das Material PP (Polypropylen) momentan die nachhaltigste Alternative ist. Wir möchten euch die Gründe dafür nennen.

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Kunststoffe

Wieso ist der RECUP aus Polypropylen (PP)?

Langlebigkeit

Becher aus PP können sehr lange im Kreislauf eines Pfandsystems gehalten werden. Sie machen die meisten Spülgänge mit und sind extrem bruchsicher. Unser Hersteller garantiert uns, dass die Becher mind. 500 Mal wiederverwendet werden können (siehe auch Ökobilanz im ersten Transparenz-REport).

Umweltbilanz
Vergleicht man die Herstellungs- und Recyclingsbedingungen mit denen von alternativen Materialien, schneidet PP durch vergleichbar geringen Energieverbrauch und gute Recyclingfähigkeit am besten ab. Zum Beispiel muss Keramik mehrfach bei sehr hohen Temperaturen gebrannt werden. Auch Edelstahl ist sehr aufwändig in der Herstellung und deswegen auch zu teuer für ein Pfandsystem. Bambusbecher eignen sich ebenfalls weniger für ein Pfandsystem: ihnen ist Melamin – ein Kunststoffkleber – beigemischt, weswegen sie nicht recyclebar sind. Zusätzlich werden sie erfahrungsgemäß nach ca. 200 Kaffeefüllungen unansehlich. Daher ist der Bambusbecher unserer Meinung nach eher für den persönlichen Gebrauch geeignet. Für uns ist aber die Eignung für ein umlaufendes Pfandsystem entscheidend.

Komfort
Der RECUP ist leicht, bruchsicher, optimal stapelbar und geschmacksneutral. Becher aus Glas und Keramik sind sehr schön aber unpraktisch für ein Pfandsystem, da sie zu schwer sind und leicht kaputt gehen. Uns ist es wichtig, dass Kaffeegenießer unseren Becher leicht mitnehmen und Kaffeeanbieter diesen einfach anbieten können.

Wir sind auf der Suche nach alternativen Materialien wie Biokunststoffen, die ähnlich gute Eigenschaften wie PP haben und genauso gut für ein Pfandbechersystem geeignet sind. Aktuell ist Bioplastik noch keine Alternative für uns, da es die Anforderungen an eine vollständige biologische Abbaubarkeit nicht erfüllt und deswegen oft gar nicht erst recyclelt wird. Wenn es recyclelt wird, dann aktuell nur unter hohem Energieaufwand. Sobald sich dies ändert, wollen wir aber gerne wechseln.

 

RE-PORT #1

TransparenzREport: Ökobilanzierung

Wir möchten Euch mehr bieten. Einmal im Monat beleuchten wir ein Thema genauer. Zu Fragen, wie "Warum Plastik?" oder "Warum Einwegdeckel?" möchten wir hier unsere Gedanken und Einstellung mit Euch teilen.

Ökologisch nachhaltiger als Einwegbecher

Die Grundlage unseres Handelns bei RECUP: ökologisch nachhaltiger als der Einwegbecher sein.

Die Studierenden der Lehrveranstaltung 'Nachhaltige Produktentwicklung und Ökobilanzierung' der FH Rosenheim haben für uns eine kleine Ökobilanz erstellt. Einwegsystem und Pfandsystem wurden hinsichtlich der Umweltbelastung (cradle-to-grave = von der Herstellung bis zur thermischen Verwertung) für den Standort der FH Rosenheim verglichen.

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Ökobilanzierung

Einweg vs. Mehrweg

Das Fazit der Studenten für diese Ökobilanz:

Der Einsatz des Mehrwegbechersystems würde an der FH folgendes verbessern:

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Die Humantoxizität sagt aus wie viele für den Menschen schädliche Stoffe bei der Produktion produziert werden.

Ökobilanzen sind sehr aufwändig zu erstellen. Das liegt vor allem daran, dass dabei viele Annahmen bzgl. der Nutzung, der Rohstoffgewinnung und der Lebensdauer des Produktes getroffen werden müssen.

Für uns stellt das Ergebnis dieser Untersuchung deswegen keine Allgemeingültigkeit dar. Es bestärkt uns aber in der Annahme, dass die Nutzung von RECUPs nachhaltiger als die von Einwegbechern ist, was auch ähnliche Studien (PP-Mehrweg vs. Einweg) aufgezeigt haben.

Um noch mehr Gewissheit zu erhalten, werden wir eine noch ausführlichere und detailreichere Ökobilanz erstellen lassen und euch über das Thema auf dem Laufenden halten!