Verpackungsgesetz

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Neues Verpackungsgesetz für Deutschland


Ab dem 01.01.2019 gibt es in Deutschland ein neues Gesetz, das vor allem Unternehmen betrifft, die verpackte Güter verkaufen: Das Verpackungsgesetz – kurz VerpackG.

Ziel der Neuerung ist es, “die Auswirkungen von Verpackungsabfällen auf die Umwelt zu vermeiden oder zu verringern. Dies soll über Vermeidung und Recycling von Verpackungsabfällen erzielt werden.” (Quelle).

RECUP-Becher sind als Pfandbecher nicht vom neuen Gesetz betroffen und es wird in diesem Bereich keine Einschränkungen geben.

Trotzdem bewerten wir die Verordnung als wichtiges politisches Signal und haben uns für Euch informiert: Mit diesem Transparenz-REport möchten wir Einblicke in die Inhalte des neuen Gesetzes geben und aufzeigen, an welchen Stellen unsere Partner-Cafés betroffen sind, wo und wie man sich informieren kann und welche Bedeutung die neue Verordnung haben kann.

  • VerpackG – das steckt dahinter

  • Was will die Politik damit erreichen?

  • Wen betrifft das Verpackungsgesetz?

  • Was heißt das für RECUP-Partner?

  • REthink

VerpackG – das steckt dahinter

Es ging blitzschnell – das Verpackungsgesetz hat am 12. Mai 2018 seine letzte Hürde genommen und den Bundesrat durchlaufen. Am Stichtag des 01.01.2019 ist es nun soweit und das Verpackungsgesetz wird umgesetzt – und wird ab Tag 1 geltend sein.

In Deutschland wird zukünftig jeder Inverkehrbringer für den Verpackungsmüll, der durch seine verkauften Güter anfällt, zur Kasse gebeten. Will man dies umgehen, kann es teuer werden – bis zu 200.000€ Geldbußen oder zivilrechtliche Durchsetzung des Vertriebsverbotes sind möglich.

WAS WILL DIE POLITIK DAMIT ERREICHEN?

Das VerpackG will Verpackungen fördern, die besonders recyclingfähig sind oder (als langfristiges Ziel) aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Zudem sollen durch das System deutlich höhere Recycling-Quoten für Verpackungen erzielt werden. Die Recycling-Quote für Kunststoffverpackungen soll bis 2022 auf 63% steigen (aktuell bereits 36%). Schon bei der Planung der Verpackung soll zukünftig die Recyclingfähigkeit stärker berücksichtigt werden (Quelle).

Außerdem möchte das Gesetz den Anteil der Mehrweggetränkeverpackungen erhöhen - finden wir super! :)

Maßnahmen wie diese stärken uns in unserer Überzeugung, dass wir gegenlenken und Etwas zum Erhalt unserer schönen Welt tun müssen! Nachhaltigkeit lohnt sich in Zukunft also noch mehr & nicht nur für die Umwelt.

WEN BETRIFFT DAS VERPACKUNGSGESETZ?

Das Verpackungsgesetz, welches ab 01.01.2019 in Kraft tritt, betrifft alle Hersteller und/oder Händler, – sogenannte “Erstinverkehrbringer”.
Kurz zur Erklärung, da die Begriffe oftmals nicht auf Anhieb verständlich sind:
Laut der Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) sind Erstinverkehrsbringer diejenigen, die erstmals in Deutschland eine mit Ware gefüllte B2C-Verpackung gewerbsmäßig in Verkehr bringen (also die Hersteller).

Verpackungswahnsinn!

Verpackungswahnsinn!

 

WAS BEDEUTET DAS VERPACKUNGSGESETZ FÜR DIE ERSTINVERKEHRBRINGER?

"Wer Verpackungen in Deutschland in Verkehr bringt, sei es, um ein Produkt zu schützen, besser zu vermarkten oder dieses auf dem Postweg zu versenden (Versandverpackung), muss sich bereits zuvor darum kümmern, dass diese Verpackungen ordnungsgemäß entsorgt werden.", so die ZSVR (How-to-Guide, ZSVG, S. 1-2).

Die Erstinverkehrbringer müssen sich deshalb ab dem 01.01.2019 für alle Verpackungen, die bei privaten Haushalten oder gleichgestellten Stellen (wie Gastronomie) als Abfall anfallen, bei einem sogenannten dualen System beteiligen. Diese Systeme sind für die Einhaltung der Mülltrennung, Sammlung und die Recyclingvorgaben des Verpackungsgesetzes verantwortlich.
Der Erstinverkehrbringer kann dann beim dualen System seine Verpackung lizenzieren. Mit dem Stichtag des Verpackungsgesetztes dürfen nur noch lizenzierte Verpackungen in den Markt gelangen.

WIE SIEHT ES MIT EINWEGBECHERN AUS?

Coffee-to-go Becher sind prinzipiell lizenzpflichtig. Allerdings wird beim Verpackungsgesetz in verschiedene Kategorien untergliedert. Der klassische Coffee-to-go Becher ist eine sogenannte "Serviceverpackung". Bei diesem handelt es sich um eine Verpackung, die erst unmittelbar vor der Übergabe an den Endverbraucher vom Letztbetreiber mit Ware befüllt wird. Auch Obsttüten fallen bspw. unter Serviceverpackungen.

Im Bereich der Serviceverpackungen, gibt es eine Sonderregelung: Cafés oder Kioske können ihre Serviceverpackungen bereits mit Systembeteiligung/lizenziert kaufen. Für Betriebe ist es wichtig, darauf zu achten, dass sie einen Lieferschein des Händlers mit einem Beleg der Lizenzierung/Systembeteiligung erhalten - der Vorvertreiber ist zu einer solchen Bestätigung verpflichtet! Kauft der Händler die verpackten Produkte also bereits mit einer Systembeteiligung, so ist er nicht verpflichtet, sich beim ZSVR zu registrieren.

WAS HEIßT DAS FÜR RECUP-PARTNER?

Die Pfandbecher fallen nicht unter das Verpackungsgesetz!

Da es sich bei dem RECUP-Mehwegbecher um eine "pfandpflichtige Einweggetränkeverpackungen" handelt, unterliegen diese KEINER Systempflicht und müssen somit nicht lizenziert werden. Das heißt, falls Ihr ausschließlich RECUP-Pfandbecher im System habt, seid Ihr fein raus.

MEHRWEGDECKEL

Mit der klaren Kennzeichnung "Mehrweg" landet der kaufbare Deckel nicht im Müll. Somit handelt es sich nicht um einen Einwegdeckel und er unterliegt nicht dem VerpackungsG.

WIE IST DAS MIT DEN EINWEGDECKELN FÜR DIE RECUPs?

Für unsere Partner, die bei uns ihre Einwegdeckel bezogen haben: Einwegdeckel fallen definitiv unter die Lizenzpflicht.

Wir erachten es als wichtig, dass der durch uns verursachte Abfall sauber entsorgt wird. Daher haben wir uns bei der ZSVG registriert und alle Einwegdeckel, die wir noch auf Lager haben, lizenziert. So sind alle Deckel, die Ihr bei uns im Shop ab dem 10.12.2018 erworben habt, bereits lizenziert.

Zudem haben wir uns nun entschieden, ab dem 01.01.2019 ein klares Statement zu setzen: Wir nehmen die Einwegdeckel komplett aus unserem Sortiment. Damit machen wir einen weiteren Schritt in eine nachhaltigere Zukunft. Denn nur, wenn wir vorleben, was wir für richtig halten, können wir auch Andere davon überzeugen.

Wir verkaufen nur noch die Restbestände der Einwegdeckel, die wir noch im Lager haben. Danach füllen wir unsere Lagerbestände nicht mehr auf und der Einwegdeckel wird nicht mehr angeboten. Falls Ihr noch nicht umsteigen wollt, hier eine Bezugsquelle, bei der Ihr lizenzierte Einwegdeckel erhaltet: 

Die ZSVR hat übrigens detaillierte Informationen und gute Erklärvideos auf der Verpackungsregister–Website zum Thema Verpackungsgesetz für Euch bereitgestellt.

Wir haben versucht, hier die wichtigsten Informationen zusammenzufassen – allerdings sind diese ohne Gewähr! Wenn Ihr auf nochmal sicher gehen wollt, informiert Euch direkt bei der ZSVR. Die beantworten Euch alle Fragen rechtssicher.

RETHINK

Gerade jetzt, wo das Thema Ressourcenverschwendung öffentlich stark in den Mittelpunkt rückt, wäre es doch ein super Zeitpunkt, gemeinsam mit RECUP in eine grüner Zukunft zu starten und Euch bewusst gegen Einwegmüll zu entscheiden. #coffeetogorevolution

Hast Du Fragen oder einfach eine Meinung zu dem Thema? Wir freuen uns über Kommentare, Nachrichten oder Deinen Besuch!

Euer RECUP-Team

RECUP international

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coffeetogorevolution around the world!?

Wann bekommt man RECUP endlich auch im Ausland? Da wir am Telefon, per Mail, in Bars und bei Familienessen von Fragen zum Ausland überschwemmt werden: Wir wollen Euch mitteilen, wie unsere Pläne diesbezüglich aussehen und was unsere nächsten Schritte sein werden.

“Natürlich interessiert mich die Zukunft.
Ich will schließlich den Rest meines Lebens darin verbringen.“

Mark Twain

  • WO GEHT’S ALS NÄCHSTES HIN?

  • UND IN ÖSTERREICH?

  • SINNVOLLE STRATEGIE?

wo geht’s als nächstes hin?

Wir werden immer wieder gefragt, wann wir endlich auch ins Ausland kommen. Wir freuen uns, dass derzeit in den verschiedensten Ländern aktiv nach einer nachhaltigen Alternative zu Einwegbechern gesucht wird und wünschen uns natürlich, dass die #coffeetogorevolution bald überall dazu beiträgt, Einwegmüll zu reduzieren.

Wir sind uns unserer Verantwortung für das Thema und der großen Chance bewusst und unterstützen die Idee des Pfandsystems für Coffee-to-go auch im internationalen Kontext. Deshalb versuchen wir mit unserer Erfahrung für alle interessierten Akteure greifbar zu sein, sodass wir dort beschleunigen und unterstützen können, wo Menschen RECUP oder ein ähnliches System zu sich holen wollen.

UND IN ÖSTERREICH?

Besonders oft bekommen wir Anfragen von unseren Nachbarn aus Österreich, die sich ebenfalls ein nachhaltiges Pfandsystem für Coffee-to-go wünschen. Aber um einen neuen Markt anzugehen, braucht man viel Motivation, Durchhaltevermögen und vor allem Zeit. Um RECUP auch bald in Österreich verfügbar zu machen, brauchen wir daher Eure Hilfe: Ihr habt Lust, RECUP zu Euch nach Österreich zu holen, das Pfandsystem dort auf- und auszubauen oder kennt jemanden, der genau richtig dafür wäre? Dann schaut Euch die Anzeige an und meldet Euch!

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Sinnvolle Strategie?

Wie sollen wir an das Thema herangehen? Diese Frage lässt immer wieder unsere Gehirnzellen auf Hochtouren laufen.

Da das Thema sehr präsent ist, stehen wir mit vielen Akteuren aus unterschiedlichen Ländern im aktiven Austausch. Uns ist bewusst, dass unsere Wirkung größer ist, wenn wir wachsen – somit auch der positive Fußstapfen, den wir damit hinterlassen können. Je mehr Leute wir erreichen, desto schöner für uns. Ganz nach dem Motto: Gemeinsam schaffen wir mehr, können wir so unseren Impact stärken.

Wir wollen mit unserem Wissen dazu beitragen, dass das Pfandsystem weltweit Fuß fassen kann, um auch außerhalb von Deutschland Menschen für das Thema Konsum zu sensibilisieren.

Dass die Internationalisierung ganz neue Möglichkeiten eröffnet, wissen wir. Dass diese aber auch Risiken birgt, ist uns auch klar. Genau deshalb versuchen wir, alle unsere Möglichkeiten abzuwägen, um den Schritt über die nationale Grenze erfolgreich meistern zu können.

Hast Du auch Tipps, Ratschläge oder einfach eine Meinung zu dem Thema? Wir freuen uns über Kommentare, Nachrichten oder Deinen Besuch!


Euer RECUP-Team

ÖKOBILANZ MEHRWEG

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#vollangekommen

“Gerade mal 2 Wochen ist Steffi jetzt bei uns im Team und wir haben es noch nicht mal geschafft ein Foto von ihr auf unsere Website zu laden. Dafür hat sie jetzt schon ihren ersten Transparenz-REport geschrieben und wir finden ihn großartig. Viel Spaß beim Lesen! :-)” Fabian & Florian

einweg, mehrweg, pfand, …
und jetzt?

Ein Grund zur Freude – endlich gibt es eine Ökobilanz zum Thema Mehrweg. Schwarz auf weiß: Mehrwegbecher im Pfandsystem sind ökologisch nachhaltiger als Einwegbecher sofern diese auch öfter genutzt werden. Wir haben nichts anderes erwartet, denn immerhin geht es hierbei um die Grundlage unseres Handelns. Der Grund, warum wir jeden Tag gerne arbeiten und unser Pfandsystem so noch bekannter machen.

In diesem Transparenz-REport möchten wir die ersten Ergebnisse mit Euch teilen, auf die Problematik Einweg vs. Mehrweg eingehen und erklären, warum das Thema von so großer Bedeutung ist. Die Studie wird voraussichtlich Anfang des Jahres 2019 veröffentlicht. Vorab teilen wir mit Euch die ersten Ergebnisse der Studie, die bei der Veröffentlichung bekannt gegeben wurden.

  • MEHR-WEGE STATT EINWEG

  • EINWEG HIN ODER HER - WIR HABEN DOCH GAR KEIN MÜLLPROBLEM?!

  • WEITER GEDACHT?!

Mehr-wege statt Einweg

Das Umweltbundesamt hat erstmalig eine Studie erhoben, die Zahlen/Auswertungen zu Einweg- vs. Mehrwegsystemen aufzeigt. Die Daten wurden im Jahr 2016 erhoben und im November 2018 im Umweltbundesamtes in Berlin vorgestellt.

Insgesamt verbrauchen wir Deutsche demnach insgesamt ca. 2,8 Mrd. Becher pro Jahr. Das ist 34x so viel, wie die Bevölkerung Deutschlands! Die Zahlen entsprechen auch dem Ergebnis der bereits 2015 veröffentlichten Zahlen durch die Deutsche Umwelthilfe (e.V.).
Resultat: Ein Übermaß an Einwegbechern, die die Umwelt belasten, Ressourcen verschwenden und eigentlich völlig unnötig sind – zumindest aus unserer Sicht. :)

Die Studie bringt zudem hervor, dass ein Mehrwegbecher (wie auch wir ihn nutzen – aus Polypropylen) ökologisch gesehen besser als der Einwegbecher ist, sobald dieser ca. 20-30 Mal wiederverwendet wird. Somit hängt der ökologische Erfolg des Mehrwegbechers davon ab, wie oft dieser verwendet wird.

Quintessenz: Wenn RECUPs so oft genutzt werden wie möglich, können wir wirklich viel bewirken. Mind. 500 Spülgänge ist die Garantie unseres Herstellers und erst vor kurzem haben unsere RECUPs ohne Probleme 1.000 Spülgänge mitgemacht. Wichtig - bringt Eure Becher auch zurück!

Natürlich ruhen wir uns nicht auf diesen Ergebnissen aus und wollen Euch unsere Gedanken zu Einweg vs. Mehrweg in diesem REport aufzeigen.

Einweg hin oder her - Wir haben doch gar kein Müllproblem?!

Unser Plastikkonsum steigt. Der Online-Handel und auch unsere to-go-Mentalität forcieren dies immens und so ist Deutschland Vorreiter, was Verpackungsmüll angeht. Im Jahr 2016 haben wir 74% mehr Kunststoffverpackungen verwendet als noch zum Jahrtausendwechsel (Quelle). Nimmt man als Beispiel Salat-to-go: Hier steckt nicht nur der Salat in einer Verpackung, sondern auch das Dressing, Croutons etc. - solche Dinge summieren sich.
Jeder Deutsche produziert so jährlich ungefähr 220kg Plastik-Einweg-Müll. (Beinahe ⅓ mehr als das restliche Europa) (Quelle).

Bei uns in Deutschland ist auf den ersten Blick kaum ein Müllproblem zu erkennen. Doch! Seht mal genauer hin:

Der Müll sammelt sich in stehenden und fließenden Gewässern. Die fließenden Gewässer agieren zudem als Transportweg und leiten das Plastik in die Weltmeere. Im Rhein, beispielsweise, treiben etwa 192 Millionen Mikroplastik-Partikel – 10 Tonnen Mikroplastik – welche in die Nordsee fließen. Auch im Bodensee wurden Plastikpartikel entdeckt – besonders besorgniserregend, da dieses Gewässer als Trinkwasserquelle für Millionen von Menschen dient. Dies hat nicht nur weitreichende Folgen für Flora und Fauna, sondern auch für uns Menschen (Quelle).

Die Studienergebnisse des Bundesumweltamts zu Ein- bzw. Mehrweg ergeben zudem, dass besonders häufig laminiertes Papier, wozu auch Coffee-to-go Einwegbecher gehören, in der Umwelt landet. Müll, der weder recycelt noch verwertet werden kann und unsere Umwelt stark belastet. Der Coffee-to-go Einwegbecher gehört zu den TOP 10 Littering-Items – erschreckend!

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Plastikentsorgung - funktioniert doch super in Deutschland

Bei uns wird Plastik doch recycelt?

Geht es nach einem Bericht des Rats für nachhaltige Entwicklung, liegt der Anteil der „stofflichen Verwertung von Plastikabfällen“  bei nur 12%. Der restliche Plastikabfall wird nach China exportiert oder verbrannt. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch Dein Plastikmüll zur Verschmutzung der Meere beiträgt, ist somit sehr hoch. Wir alle tragen eine große Verantwortung dafür, wie unsere Weltmeere aussehen (Quelle).

Weiter gedacht?!

In unserer heutigen Zeit führt die Schnelllebigkeit zu einem gesellschaftlichen Wandel und verändert unser Konsumverhalten immer stärker. Statt Kaffee aus der Porzellantasse gibt es heute immer häufiger Coffee-to-go im Einwegbecher. Mittlerweile ist es nicht mehr wegzudenken, das Getränk “mit dabei zu haben”. Klar ist aber natürlich: Gäbe es keine Einwegbecher, die unsere Umwelt belasten, bräuchten wir auch kein Pfandsystem für Kaffeebecher. Wir bei RECUP wären dann zwar arbeitslos, hätten aus ökologischer Sicht aber genau das erreicht was wir wollen – ein Problem aus der Welt geschafft!

Wir sehen unser Pfandsystem als Lösungsansatz für ein akutes Problem: Es reduziert die Anzahl der benötigten Einwegbecher in Deutschland, reduziert die Abfallmengen und schont wertvolle Ressourcen. Noch schöner wäre es, wenn wir gar kein Problem bekämpfen müssten.

Zudem sehen wir es als unsere Aufgabe Aufklärungsarbeit zu leisten und auf einem konstruktiven Weg zur Veränderung des Konsumverhaltens beizutragen. Mit unserer nachhaltigen Alternative zum Einwegbecher, wollen wir einen Denkanstoß geben und jeden dazu bewegen sich auch selbst öfter mal zu hinterfragen.

Und hier kommst Du ins Spiel

Du findest gut, was wir machen, wie wir es machen und willst uns dabei helfen? Dann sprich über uns, frag Dein Lieblingscafé, ob es mitmachen möchte und teile die Momente Deiner #coffeetogorevolution auf Social Media! Wir freuen uns wirklich über jedes neue Partner-Café, jedes Feedback und jeden neuen RECUP-User – denn das ist es, was uns voran und unserem Traum ein bisschen näher bringt: PFAND. STATT. MÜLL.

Eure Steffi

Startup insights: Finanzierung

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LET'S TALK MONEY!

Business Angels, Finanzierungsrunden – und wir mittendrin im "Klischee Startup: Arm und Sexy". Und so hören wir immer wieder die Frage, wie wir es schaffen, durch ganz Deutschland zu reisen, mit RECUP eine Stadt nach der anderen zu erobern und dabei noch die ganzen motivierten Menschen in unserem Team zu bezahlen. Mitfahrgelegenheit & Couchsurfing?

Gute Fragen! In diesem Transparenz-REport möchten wir deshalb die Frage beantworten, woher unser Geld eigentlich kommt und wie wir wirtschaftlich aufgestellt sind.

 

"Wozu ist Geld gut, wenn nicht, um die Welt zu verbessern?" Elisabeth Taylor

WOVON WIR LEBEN


Immer noch wird uns die Frage gestellt: "Und was machst Du hauptberuflich?", "Kannst Du jetzt schon davon leben?" oder "Macht ihr das alle ehrenamtlich?"

Als Social Business ist uns wichtig, dass alle Menschen, die für RECUP arbeiten, für ihre Zeit auch fair entlohnt werden. Denn Herzblut ist zwar der Hauptbestandteil für unser Tun und Handeln, aber damit alleine können wir die #coffeetogorevolution nicht vorantreiben. Vor allem nicht in der Stadt mit den teuersten Mieten Deutschlands. Und auch wenn es sich manchmal so anfühlt: Wir haben (noch) keine BahnCard 100 und leben aktuell auch nur zeitweise im Zug.

Also: Ja, wir können davon leben und wollen das auch. Momentan allerdings nur, weil wir Investoren (sog. Business Angels) an Board geholt haben. Sie geben uns nicht nur Geld dafür, dass wir daraus mehr machen, sondern vor allem, um ein motiviertes Team zu beschäftigen und gemeinsam den gesellschaftlichen Wandel voranzutreiben.

 

BUSINESS ANGELS - Engel Oder Teufel?


Der Begriff des Business Angels leitet sich ursprünglich aus der Funktion des "Engels" für das Startup ab: Ein guter Business Angel soll nicht nur Geld, sondern im Idealfall auch relevantes KnowHow, Netzwerk und Erfahrung zur Verfügung stellen. Machmal hört man allerdings auch, dass sich untern den Flügeln kleine Teufel verstecken. Für unsere Engel trifft das definitiv nicht zu: Wir können mit sehr gutem Gewissen sagen, dass wir absolut zufrieden und dankbar sind. Dankbar dafür, ab und zu auch mal von der Klippe gestoßen zu werden, um zu lernen, wie wir selbst fliegen. Aber niemals mit dem Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Entscheidend ist die richtige Mischung aus Herausforderung und Sicherheit - wie immer im Leben halt.

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Und was bekommt so ein Investor dafür?

Firmenanteile, Zinsen, etc... eben genau das, was man miteinander vereinbart hat. Wir haben uns bewusst für die Ausgabe von Anteilen entschieden. Je nachdem, wie viel Geld benötigt und wie hoch der Wert des Unternehmens eingeschätzt wird, werden die Investoren am Unternehmen, und damit z.B. auch an Gewinnen, beteiligt.

Der Vorteil liegt für uns klar auf der Hand: Sie hängen ab dem Moment der Unterschrift mittendrin. Wenn wir uns von Erfolgsgipfel zu Erfolgsgipfel schwingen, schwingen sie mit. Wenn wir bis zu den Haarspitzen in der S****** stehen, guckt vom Investor nur noch der Kopf raus.

Der Nachteil: Da das Unternehmen nicht mehr nur uns Gründern gehört, müssen wir alle Investoren mitreden lassen. Das heißt nicht, dass wir als geschäftsführende Gesellschafter keine Entscheidungen mehr treffen können, wichtige Themen müssen aber im größeren Kreis diskutiert werden, was manchmal zeitaufwändig ist.

"Wie sieht das mit den Investoren bei RECUP genau aus?"

Wichtigste Erkenntnis (zum Glück, bevor wir die erste Finanzierungsrunde abgeschlossen hatten): Investoren sind nicht unsere Chefs! Augenhöhe, Transparenz und Akzeptanz sind für den gemeinsamen Erfolg unabdingbar.

Wir hatten mit unseren Investoren nicht nur viel Glück, sondern konnten unser Team um wichtige Kompetenzen erweitern. Mit Kontakten in die Kaffeeszene, Coachings, IT-Unterstützung, aber auch rechtlicher Beratung, stehen uns alle zur Seite und helfen uns mit ihrer Erfahrung. Und das nicht erst, wenn wir mal nicht weiterwissen, sondern auch proaktiv. Alle haben eins mit uns gemeinsam: Sie brennen für die Sache und feiern Erfolge mit uns genauso, wie sie Probleme konstruktiv und ohne unnötigen Druck gemeinsam mit uns lösen.

"Aber Investoren wollen doch ihr Geld auch wieder zurück? Spürt ihr Druck, möglichst schnell Gewinn zu machen? Hindert Euch das gar daran, nachhaltig zu handeln?"

Den Druck, schnell Gewinn zu machen, spüren wir selbst - dafür brauchen wir keine Investoren. Wenn man von zuhause auszieht, möchte man ja auch nicht für immer vom Geld der Eltern leben, oder? Wie unglaublich schön ist der Moment, indem man auch die Eltern mal auf eine Pizza einladen kann - auch wenn es nur eine kleine ist ;-). Ähnlich verhält es sich mit unseren Investoren. Sie sehen ihre Aufgabe darin, dem Potential der Idee die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen. Unsere Investoren zeichnet dabei vor allem eine Komponente aus: Sie alle haben in RECUP investiert, weil sie an die Idee und an uns glauben. Sie glauben, wie wir, dass wir mit RECUP Menschen zum Umdenken bewegen und den gesellschaftlichen Wandel zu einer verantwortungsvolleren, bewussteren Konsumgesellschaft aktiv vorantreiben können. Fairer Einkauf, faire Gehälter und alles was sonst zu einem nachhaltigen Unternehmensaufbau dazu gehört sind demnach eine Selbstverständlichkeit und keine unnötigen Ausgaben. Da muss man für die Flyer aus der Umweltdruckerei eben auch mal den zehnfachen Preis bezahlen - that's the deal!

 

NACHHALTIGKEIT AUF PUMP - ist das nachhaltig?

“Damit bedient ihr Euch ja der gleichen Mittel, wie alle kapitalistischen Unternehmen…?”

Eine durchaus berechtigte Frage. Eine, die auch eng mit der Frage “Müssen wir immer weiter wachsen?” zusammenhängt.
Am liebsten wäre es uns, wir würden mit eigenen Mitteln nach und nach, also organisch, wachsen. Klassisch nach dem Prinzip: Du fertigst ein Produkt. Verkaufst es. Du fertigst davon 2 Produkte. Verkaufst 2 Produkte…

Warum wir das nicht machen?

  • Speed matters

Der Mehrwegpfandsystem-Markt ist weltweit unbesetzt und wird umso attraktiver für neue Markbegleiter, je mehr wir zeigen, dass unser Konzept aufgeht. Unsere Marke haben wir selbstverständlich eingetragen und geschützt, ein Patent auf eine Geschäftsidee ist in Deutschland hingegen nicht anmeldbar. Daher bleibt nur eine Möglichkeit, sich vor Nachahmern zu schützen: Schnell bekannt werden und somit das "Tempo"-Taschentuch unter den Pfandbechern zu werden ;-). Dafür benötigen wir drei Dinge: Erfahrung, Geld und natürlich Eure Unterstützung.

  • Coffee-to-go-Müll ist ein riesiges, politisches Thema

Seit wir mit RECUP gestartet sind, wird das Thema “Einwegbecher als Sinnbild für unsere Wegwerfgesellschaft” omnipräsent in den Medien heiß diskutiert. Als kleines Projekt würden wir viel weniger wahrgenommen werden und hätten auch nicht die Chance, unsere Erfahrungen bei runden Tischen, wie dem des Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz, der Fachtagung für kommunale Abfallvermeidung, etc. zu teilen. Wir wollen ehrlichen und transparenten Impact erzeugen.

  • Apropos Impact: Wollen wir hunderte Insellösungen in Deutschland?

Schon im ersten Jahr haben wir gezeigt, dass wir es ernst meinen und sind über Deutschland verteilt in München, Berlin, Oldenburg und Köln gestartet. Mit der Vision, ein deutschlandweites Pfandsystem zu etablieren, wollten wir von Anfang an verhindern, dass sich in jeder Stadt einzelne Insellösungen etablieren. Regionale Lösungen können  zwar funktionieren, sind meistens jedoch nicht ökonomisch nachhaltig aufgebaut und können das Problem somit nicht dauerhaft lösen. Hinzukommt, dass wir mit Insellösungen niemals die Berufspendler erreichen, die ihren Kaffee in der einen Stadt mitnehmen und den Becher in der nächsten wieder abgeben möchten.

Fazit: Ja, auf Pump - und unserer Überzeugung nach trotzdem oder vor allem deshalb auch nachhaltig. Damit wir möglichst schnell möglichst viel bewegen und ein nachhaltiges System aufbauen können. Wir tauschen Geld gegen Anteile und ermöglichen unseren Investoren somit ihr Geld sinnvoll zu investieren und ggf. auch einen Return on Investment zu bekommen.

 

WIE GEHT`S WEITER? WO STEHT IHR GERADE?

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Aktuell stehen wir direkt vor der zweiten Finanzierungsrunde und erhalten von unseren bisherigen Investoren weiteres Geld.

Unser großes Ziel damit: Break Even. Der magische Punkt, an dem das ganze Geld, das wir ausgeben, von uns selbst verdient wurde. Für uns bedeutet das Unabhängigkeit. Wir können die Mehrheit des Unternehmens behalten und somit langfristige strategische Entscheidungen aktiv mitgestalten.
Bis wir an diesem Punkt angekommen sind, ist aber noch ein ordentliches Stück Arbeit zu tun: Nach der aktuellen Kostenstruktur müssen wir uns von der Partnerzahl noch einmal verdoppeln.

Und hier kommst Du ins Spiel

Du findest gut, was wir machen und wie wir es machen und willst uns dabei helfen? Dann sprich über uns, frag Dein Lieblingscafé, ob es mitmachen möchte und teile die Momente Deiner #coffeetogorevolution auf Social Media! Wir freuen uns wirklich über jedes neue Partner-Café, jedes Feedback und jeden neuen RECUP-user – denn das ist es, was uns voran und unserem Traum ein bisschen näher bringt: PFAND. STATT. MÜLL.

Euer Flo & Fabi