Schülerprojekt

 
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Den Mehrweg mit der nächsten Generation beschreiten - RECUP und The Student’s Coffee Cup

… eine Schüler-Kooperation.

Schüler aus dem Gymnasium Grafing nehmen gerade am Junior expert Programme teil und wir dürfen sie dabei unterstützen. Unter dem Motto „Wirtschaft Erleben“ haben die Schüler für die befristete Laufzeit von einem Schuljahr das Unternehmen „The Student’s Coffee Cup“ gegründet. Ziel der Schüler ist es im Team die Grundprinzipien unternehmerischen Handelns zu lernen: von der Gründung, über das Einsammeln von Eigenkapital mithilfe von Anteilsscheinen, dem Aufbau eines Businessplans, zur Wahl des Vorstands, zum Aufbau der einzelnen Abteilungen... - alles was eben dazu gehört. Durch die Umsetzung einer eigenen Geschäftsidee lernen sie, wie die Realität als Unternehmer aussieht und wie sich das eigene Handeln wirtschaftlich, sozial und ökologisch auswirkt.

WIN-WIN-Situation

Anstatt eines eigenen Systems, haben sich die Schüler für eine Kooperation mit RECUP entschieden, damit die Arbeit auch nach Ende des Projekts Früchte tragen und weiterbestehen kann. Den Schülern von The Student's Coffee Cup ermöglichen wir Einblicke in unsere tägliche Arbeit und Motivation. Gleichzeitig bieten wir Ihnen die Möglichkeit mit dem Verkauf von RECUP-Mehrwegdeckeln mit Student's Coffee Cup Logo sowie die Ansprache neuer Partner eigene Umsätze zu generieren. Für uns und die Schüler eine absolute WIN-WIN-Situation!

Das Wichtigste für uns: Wir wollen der neuen Generation ein Gefühl für enkeltaugliches Wirtschaften vermitteln und sehen in solchen Kooperationen eine große Chance dafür. 

Ich find’s super, dass wir die Schüler schon so früh zum Thema Nachhaltigkeit abholen können und würde mich freuen, wenn wir damit bei dem ein oder anderen einen Samen pflanzen können.
— Fabian
studentscup
 

"Wann kommt der Deckel!?"

 
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JEDER TOPF BRAUCHT SEINEN DECKEL...

… und auch unsere RECUPs brauchen einen.

“Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, einen Mehrwegdeckel anzubieten?”
“Mehrwegbecher und EINWEG-Deckel - das passt doch nicht?! Euer Konzept ist nicht rund.”
“Ihr habt innerhalb von 4 Monaten gegründet und ein Pilotprojekt gemacht - warum schafft ihr es nicht, einen Mehrwegdeckel zu machen?”

In den vergangenen 8 Monaten haben wir unzählige Male die Frage von Euch erhalten, ob wir denn schonmal darüber nachgedacht hätten, einen Mehrwegdeckel anzubieten.
Die Antwort ist ziemlich simpel: Nein.

Wieso sollten wir uns denn jemals Gedanken über einen MehrwegDECKEL gemacht haben, wo wir doch ein Pfandsystem für MehrwegBECHER anbieten? Den Zusammenhang haben wir nie wirklich verstanden.

Aber jetzt Spaß beiseite.

Natürlich haben wir uns nach dem Aufwachen, unter der Dusche, im Büro, beim Sport, zusammen mit Freunden, etc… tausendmal selbst die Frage gestellt, wie wir die Herausforderung eines Deckels im RECUP-System lösen können. In der Regel sind wir schnell, probieren Dinge einfach aus und lassen es auch mal darauf ankommen zu scheitern. Aber selbst bis dahin haben wir es noch nicht geschafft: Der Mehrwegdeckel im Pfandsystem ist unserer Meinung nach eine der komplexesten Herausforderungen, denen wir uns seit der Gründung von RECUP stellen mussten. 

Aber natürlich wollen wir ihn – und zwar unbedingt. Denn auch uns ist klar, dass ein nachhaltiges Pfandsystem erst dann eine richtig runde Sache ist, wenn auch der Deckel sitzt. Deshalb möchten wir Euch in diesem REport auf eine Reise durch die Deckelentwicklung mitnehmen.

Jetzt, wo wir wissen, wie der neue Becher aussieht, könnten wir noch schnell einen guten Deckel machen oder!?”
— Flo, als er noch jung und unerfahren war
 

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Pilotprojekts in Rosenheim Ende 2016 sind wir direkt in die Entwicklung unserer neuen RECUPs eingestiegen. Und schon damals war der Deckel ein Thema: Denn eines von ca. 148.713 Details, die man bei der Entwicklung eines Bechers berücksichtigen muss, ist Frage des Durchmessers am oberen Rand. Dabei hatten wir diese zwei Gedanken:

  1. Ein Einwegdeckel sollte perfekt sitzen, sodass man den Kaffee nicht beim ersten Ansetzen auf dem Schoß hat. Es gibt 3 handelsübliche Größen - unsere Becher sollten untereinander einheitlich und mit einer Größe kompatibel sein.

  2. “Was hältst du von so ner Art Mehrwegdeckel, Fabian?” - “Klar, warum nicht”. Unser Hersteller hatte bereits seit längerem einen innovativen, verschließbaren Mehrwegdeckel in Entwicklung. Um das Rad nicht neu zu erfinden, dachten wir uns, dass es gut wäre, wenn unser Becher auch dazu passt.

Auch wichtig, wenn man über die Themen Becheröffnung und Deckelgröße nachdenkt:
Ist die Öffnung zu groß, besteht akute Gefahr den Becher zu weit anzuheben und mit dem gesamten Kopf darin zu verschwinden. Ist die Öffnung zu klein, blockiert schon eine unauffällige Nase den Kaffeegenuss.
Latte Art bzw. Barista Kunst, auch Milchschaumgemälde genannt, sollten gut zur Geltung kommen und die Becheröffnung daher eine baristafreundliche Größe haben.

Diese Punkte und der schöne Zufall, dass unser Hersteller bereits seit längerem einen innovativen, verschließbaren Mehrwegdeckel in Entwicklung hatte, waren die Grundlage für die Entwicklung unserer RECUPs. Und der Deckel somit von Anfang an in unseren Köpfen mit dabei.

Erster Workshop zum Mehrwegdeckel

Erster Workshop zum Mehrwegdeckel

 

DAS SOLL DER DECKEL KÖNNEN

Wir haben RECUP-Nutzer, unser Team und unsere Partner befragt, was der Deckel alles können sollte. Es kam eine beachtliche Liste an Anforderungen zusammen. An manchen haben wir fieberhaft gearbeitet, bei anderen sind wir aber auch völlig machtlos.

AUSLAUFSICHER

Immer angeführt wurde die Liste von dem Wunsch nach einem dichten/ auslaufsicheren/ fest verschließbaren Deckel. Denn so kennt man es vom Einwegbecher. (Und bei immerhin 50% der Einwegbecher funktioniert das auch tatsächlich.)

Die Passgenauigkeit eines Mehrwegdeckels hat es allerdings durch das stabilere Material wirklich in sich. Es geht nicht um bekannte Maßeinheiten wie z.B. Meter, Zentimeter oder Millimeter. Auf einmal bewegen wir uns bei Anpassungen im Mikrometer-Bereich. Selbst die Wahl der Farbe des Deckels und die daraus resultierende veränderte Materialbeschaffenheit kann zu Abweichungen führen, die den Kaffee direkt aus dem Becher auf den neuen Hugo Boss Anzug befördern.

“Einfach einen Verschluss zum klicken/drehen/stecken, dann is' er dicht.”

Bei solchen Verschlüssen handelt es sich meistens um sog. Mehrkomponentenprodukte. Unterschiedlich feste Materialien werden gemischt, damit durch drücken/klicken/schrauben der wichtige Bereich abgedichtet werden kann. (Wie z.B. der Dichtungsring beim Wasserrohr, nur eben anders).
Der Nachteil: Diese Produkte sind extrem aufwändig und teuer in der Herstellung und haben meistens nur eine geringe Lebensdauer. Auch die Reinigung ist durch die unterschiedlichen Komponenten schwieriger.

MATERIALBESCHAFFENHEIT

1. vielfach wiederverwendbar – wiederverwertbares Material

Die Wahl des Materials fiel uns nicht besonder schwer, da wir uns hier bereits gut auskannten. PP (Polypropylen) ist auch hier unsere Wahl.

3. einfach spülbar und gut zu trocknen

Klingt irgendwie einfach, ist es aber nicht. Deckel sind in der Regel so leicht, dass sie in Industriespülmaschinen - dank des hohen Spüldrucks - eine Art Disco-Pogo veranstalten. Von einer ordentlichen Reinigung kann man dann leider nicht sprechen. Auch haben Deckel viele Ecken und Kanten und sind somit schwierig zu trocknen.

4. geschmacksneutral

Durch unsere Becher vielfach getestet spricht Polypropylen für sich.

5. made in Germany

Yes - wir können auch hier wieder mit dem Hersteller arbeiten, der unsere Becher produziert.

6. selbstdesinfizierend

Hätten wir diesen Wunsch gelöst, würden wir uns vermutlich nicht mehr nur auf Becher und Deckel konzentrieren.

7. Lippenstift-Resistent

Eine richtige Herausforderung für uns und das Material. Der Antrag auf die Durchsetzung eines allgemeines Lippenstift-Verbots im Umkreis von 5 Metern um jeden Mehrwegdeckel ist in Arbeit.

Gerade für Euch in der Testphase: Der erste RECUP-Mehrwegdeckel

Gerade für Euch in der Testphase: Der erste RECUP-Mehrwegdeckel

 

 

Wie lief die Entwicklung ab, warum hat sie so lange gedauert und wo stehen wir heute?

Von Januar bis Juli feilten wir an einem dicht verschließbaren Mehrwegdeckel, wieder und wieder und wieder und wieder... Und trotz unzähliger Anpassungen ist es uns bis heute nicht gelungen die Konstruktion des 100% dichten Deckels abzuschließen. Auch beim Deckel arbeiten wir sehr nahe und gut mit unserem Hersteller zusammen, trotzdem mussten wir lernen dass man ab und an auch Geduld haben muss. Da sich die Nachfragen nach einem Deckel aber immer weiter häuften, haben wir einen ganz logischen Entschluss gefasst:

"Wenn uns schon EINE Entwicklung so viel abverlangt, dann lasst uns parallel dazu eine ZWEITE starten: Den einfachen Mehrwegdeckel oder auch SIP."

 

Zur Erklärung:

DIP – der auslaufsichere, dichte Mehrwegdeckel
Während und nach dem Kaffeegenuss soll der Becher in der Tasche verwahrt werden können, ohne auszulaufen. Im Stehen, im Liegen – im Zweifelsfall auch kopfüber. Deshalb haben wir an einem Kippverschluss für die Trinköffnung gearbeitet.

SIP – der simple Mehrwegdeckel
Während des Kaffeegenusses schützt der Deckel vor dem Verschütten, z.B. durch eine Vollbremsung im Auto oder einen Stoß durch gedrängte Menschen in der Ubahn. Wie jeder Coffee-to-go-Deckel, schließt er an den Rändern dicht ab, die Trinköffnung ist aber nicht verschließbar.

Und siehe da: Ende Dezember war es soweit und der erste SIP erreichte unser Büro. Und er sitzt wie angegossen! Jetzt nur nicht zu viel Euphorie im Team aufkommen lassen, denn nun standen wir vor der Herausforderung, wie wir den Deckel im System sinnvoll anbieten können. Wir haben uns entschieden den SIP erstmal durch eine ordentliche Testphase von 6 Wochen zu jagen.

Seit gut 2 Wochen ist der Deckel nun bei ca. 30 Partnern im Test, um die folgenden Fragen zu klären:

  • Wie kommt der Deckel bei unseren Partnern und deren Kaffeekunden an?
  • Funktioniert die Reinigung?

  • Soll der Deckel teil des Pfandsystems sein oder nur zum Verkauf stehen? Was ist die beste Lösung für Kaffeeanbieter und -kunden?

  • Wie ist das Feedback der Nutzer dazu?

  • etc.

In der aktuellen Testphase prüfen wir den Deckel auf Herz und Nieren

In der aktuellen Testphase prüfen wir den Deckel auf Herz und Nieren

 

 

STATUS QUO und AUSBLICK

Ja, wir haben wirklich schon mal darüber nachgedacht, einen Mehrwegdeckel anzubieten. Wäre es einfach, hätten wir ihn schon.

Komplexe Entwicklungen sind kosten- und zeitintensiv (vor allem wenn man es richtig gut machen will): Um die zehn Personen arbeiten seit einem Jahr zusammen am Projekt "dichter Mehrwegdeckel".

Einer von zwei geplanten Mehrwegdeckeln ist nun fertig und befindet sich in einer Testphase, die Ende Februar endet. Wir werden die Ergebnisse sammeln und auswerten und Euch weiter auf dem Laufenden halten. Am zweiten Deckel bleiben wir natürlich dran und versuchen weiter das (bisher) Unmögliche möglich zu machen.

Da wir wissen, wie sehr viele von Euch darauf brennen, dem Pfandbecher auch endlich einen Mehrwegdeckel aufzusetzen, werden wir versuchen, regelmäßiger Updates mit Euch zu teilen und Euch so noch persönlicher auf den Mehrweg mitzunehmen. Wir freuen uns, dass so viele mit uns mitfiebern, mitdenken und mitwünschen und sagen Danke für Euer Verständnis. Wie immer sind wir offen für weitere Lösungsvorschläge, Ideen und Austausch :-)

F&F

 

JANE GOODALL AWARD

Making a Difference Award für RECUP

Am Sonntag, den 10.12.2017 waren Fabian und ich ins Hotel Ritzi in Haidhausen in München eingeladen, um vom Jane Goodall Institut Deutschland mit dem „Making a Difference“ Award ausgezeichnet zu werden. In gemütlicher Atmosphäre hatten wir die Möglichkeit, die heute wohl bedeutendste Umweltaktivistin der Welt kennen zu lernen: Jane Goodall.

Flo, Fabi und Jane Godall bei der Übergabe des "Making a Difference Awards".

Flo, Fabi und Jane Godall bei der Übergabe des "Making a Difference Awards".

 

Mehrwert für Menschen, Tiere und unsere Umwelt

Jane Godall ist eine beeidruckende Persönlichkeit, die unglaublich viel Weisheit und Lebenserfahrung ausstrahlt und die Erde, Tiere und Menschen liebt und sich unermüdlich für sie einsetzt.

Wer den Film „Janes Journey“ gesehen hat, kennt die beeindruckende Lebensgeschichte jener Frau, die von ihrem ersten ersparten Geld 1957 nach Afrika reiste, mit Schimpansen lebte und deren Verhaltensweisen erforschte. Mit dem Wunsch, diese Tiere vor dem Aussterben zu bewahren, begann sie sich zunächst vor Ort in Kenia und anschließend weltweit für ihren Schutz einzusetzen. Ein augenöffnendes Erlebnis auf einer Biologenkonferenz 1986 brachte Jane Goodall schließlich soweit, sich als Aktivistin allgemein für eine bessere Welt einzusetzen. Vermutlich auch, weil sie merkte, dass sie nur durch weltweite Aktionen eine wirkliche Chance für das Überleben der Schimpansen schaffen konnte. Wenn sie liebevoll von ihren „Chimpanzees“ spricht, spürt man noch heute ihre starke emotionale Bindung zu den Urwaldbewohnern, mit denen sie vor über 50 Jahren viel gemeinsame Zeit verbracht hat.

Über das Jane Goodall Institute for Wildlife Research, Education and Conservation (JGI) setzen sich heute Menschen in über 22 Ländern der Welt für einen respektvollen Umgang mit Menschen, Tieren und der Natur ein.

"Mr. H" und der RECUP: Ein super Team finden wir.

"Mr. H" und der RECUP: Ein super Team finden wir.

"MR. H" ist immer dabei

Ihr wohl treuester Begleiter ist „Mr. H.“, ein Stoffaffe mit einer Geschichte: 1996 bekam Jane Goodall von ihrem engen Freund Gary Haun diesen Affen geschenkt. Gary erblindete im Alter von 25 Jahren bei den U.S. Marines, sich davon aber nicht abhalten lassen und die Hoffnung nie aufgeben, Zauberer zu werden. Er fasste diesen Entschluss entgegen aller Meinungen, dass er nie gut genug werden könnte. Heute ist er aus Janes Sicht einer der besten Magier überhaupt. Die zuschauenden Kinder merken nicht einmal, dass er blind ist. Sein Leitspruch: „Gib niemals auf, arbeite hart und Du wirst die meisten Hindernisse in Deinem Leben bewältigen.“

Mit Mr. H. und Garys Geschichte will Jane Goodall jeden Menschen inspirieren und ihnen Hoffnung und ein Lächeln schenken.

 

Passion

Besonders angetan haben es Jane Goodall die jungen Menschen: Bei ihnen, so sagt sie, findet sie den Glauben an eine Heile Welt, Hoffnung und Tatendrang. Mit "Roots & Shoots" (Wurzeln & Sprösslinge) hat sie deshalb eine Bewegung für  junge Menschen gegründet, die sich mit unterschiedlichsten Projekten für Umweltschutz, Tiere oder Menschen einsetzt. Über 10.000 Gruppen gibt es heute weltweit.

Da verwundert es nicht, dass sie sich stark am Limit ihrer Kräfte bewegt: Seit 1986 reist sie nun um die Welt, um die Menschen für mehr Nachhaltigkeit, Ressourcen- und Tierschutz zu begeistern. Rund 300 Tage im Jahr.

Es ist ihr großer Wunsch die Welt zu verbessern. Deshalb reist die 83-Jährige von einem Event zum nächsten, um noch mehr Menschen zu begeistern und gleichzeitig Gelder zur Finanzierung der Projekte zu sammeln. So fliegt sie nach der einwöchigen Deutschlandtour in der vergangenen Woche noch nach Malaysia, San Francisco und Los Angeles, bevor es zurück nach Großbritannien zu ihrer Schwester geht, mit der sie Weihnachten feiern und 1,5 Monate Pause machen kann. Die Organisation profitiert enorm von ihrem täglichen Engagement. Aber auch von den vielen begeisterten und engagierten Menschen, die ihre Motivation und Inspiration weitertragen. Ich hoffe stark, dass es ihnen gelingt, die vielen Projekte und guten Ansätze für eine bessere Welt noch viele Generationen weiter voranzutreiben.

Das ist auch der Grund, warum es mir ein großes Anliegen ist, in diesem Transparenz-REport ausführlich über diese Organisation zu schreiben. Auf der Veranstaltung zur Verleihung hatten wir die große Ehre, von Jane persönlich mit dem „Jane Goodall Award 2018“ ausgezeichnet zu werden und konnten die Gelegenheit nutzen, ihr in einer sehr familiären Gruppe von ca. 25 Personen Fragen zu stellen.

Nach unseren vielen Reisen im letzten Jahr für RECUP, habe ich mich gefragt, wie Jane Goodall es schafft, seit so vielen Jahren die nötige Energie für die endlosen Reisen, Vorträge, Präsentationen und Projekte aufzubringen. Sie sagte: „I´m exhausted. You´re still young, but I´m old and I don´t have the time to wait for energy to come. And whenever I need energy to travel or to hold a speech, the energy suddenly just comes to me. When I stand up for talking, it´s like the cosmos sends it right to me whenever I need it.” Definitiv steckt in Jane sehr viel Passion für ihre Arbeit. Vielleicht spürt unsere Erde aber auch tatsächlich den unglaublichen Wert, den diese Frau mitbringt und schenkt ihr regelmäßig die Energie, um sie zu retten. 

 

Mein Wunsch zu Weihnachten: Helft mit die Umwelt zu schützen, in dem ihr RECUP nutzt und vielleicht auch, in dem ihr das Geld des ein oder anderen Weihnachtsgeschenks oder einer Silvesterrakete an eine Organisation gebt, die sich unermüdlich und mit viel Herz für eine bessere Welt einsetzt.  


Frohe Weihnachten!
Euer Flo

 

 

MITEINANDER (VER)HANDELN

Arbeitswelt 3.RECUP

Heute gibt es in unserem Transparenz-REport einen Einblick in die Arbeitswelt 3.RECUP. 

Vor 12 Monaten haben sich Fabian und Florian zusammengesetzt und sich vorgenommen auch im Bereich Arbeitsbedingungen etwas bewegen zu wollen und eine Vorreiterposition einzunehmen. 2 Wochen nach ihrem Kennenlernen haben sie das Folgende formuliert:        

“Bei reCup glauben wir an die Neugestaltung der Arbeitswelt und an die positiven Auswirkungen einer ausgeglichenen Work-Life-Balance. Wir wollen unseren Mitarbeitern ermöglichen, ihr Potential individuell zu entfalten und sich in ihrer Position selbst zu verwirklichen. Gesundheit, Gleichberechtigung und Arbeitssicherheit werden bei uns großgeschrieben. Offenheit für neue Trends und der Beitrag zu innovativer Arbeitsgestaltung sollen uns langfristig als Firma auszeichnen und reCup als Vorreiter in diesem Bereich positionieren.”

 

Wir nach unserer ersten gemeinsamen Gehalts-Runde.

Wir nach unserer ersten gemeinsamen Gehalts-Runde.

 

 

Tabu-Thema Gehalt: Wie wir bei RECUP Gehalt verhandeln

Ich (Leonie) arbeite jetzt seit gut 5 Monaten bei RECUP und möchte Euch an einem Beispiel erläutern, wie wir bei RECUP gemeinsam versuchen genau das umzusetzen - Tabu-Thema Gehalt.

Vorbereitung

“Bei RECUP werden wir unsere Gehälter selbst festlegen. Wir setzen uns mit dem (damals noch) neunköpfigen Team zusammen und legen gemeinsam fest, wer was verdient und warum”. Als ich diese Idee von Fabian und Florian gehört habe, kamen mir erst mal große Zweifel: wie kommt man mit neun Personen auf einen grünen Zweig? Wollen dann nicht alle das Gleiche verdienen? Weichen unsere Vorstellungen extrem voneinander ab? Welche Positionen im Unternehmen sollten besser bezahlt sein und heißt das, dass diese auch mehr wert sind? So richtig wohl gefühlt hat sich bei dem Gedanken wirklich niemand, dennoch sind wir dem Gespräch offen entgegengegangen. Von Fabian und Florian gab es für den Prozess nur zwei Einschränkungen. Erstens: “Der Geldtopf ist nicht unendlich groß”. Zweitens: “Alle müssen mit dem Vorgang einverstanden sein und sollte die Situation eskalieren, dürfen Fabian und Florian das Gespräch jederzeit beenden und individuelle Gehälter festlegen”. Das wurde per Handschlag besiegelt.

Der Prozess

In einer vorerst anonymen Abfrage hat jeder von uns sein/ihr Wunschgehalt auf einen Zettel geschrieben. Das eingeplante Budget für die Gehälter war in diesem Moment niemandem außer Florian und Fabian bekannt. In der ersten Runde lagen wir auch noch ein Stück weit über der Grenze, weshalb wir das Prozedere ein zweites mal wiederholt haben. Da wir nach der zweiten Runde nur noch knapp über dem geplanten Budget lagen, haben wir uns entschlossen die nächste Runde offen und transparent zu gestalten. Alle Wunsch-Gehälter wurden sichtbar aufgeschrieben und jeder konnte die Vorstellungen und Erwartungen gegenüber dem Team erklären. Zusätzlich haben Fabian und Florian die ursprünglichen Planzahlen für jede Stelle aufgeschrieben und erzählt, wie es zu dieser Planzahl kam.

Die Diskussion

Im offenen Gespräch haben wir jede Zahl gemeinsam betrachtet und die verschiedenen Wünsche und Vorstellungen diskutiert. Da wir uns alle in verschiedenen Lebenssituationen befinden, mussten natürlich auch Faktoren wie Kinder, Miete etc. betrachtet werden. Ich hätte erwartet, dass wir mit diesem Thema mindestens einen Tag verbringen und im Endeffekt wahrscheinlich doch Fabian und Florian entscheiden, wie wir mit den Gehältern verfahren. Aber so war es nicht. Das Ergebnis war beeindruckend und meine bzw. unsere Sorgen absolut unberechtigt. Anstatt für sich selbst das Beste rauszuholen, haben wir uns oft für die Interessen der anderen eingesetzt. Nach gerade mal 1,5 Stunden standen alle neun Gehälter fest und jeder von uns war zufrieden! Und noch mehr - als Team sind wir in diesen 1,5 Stunden spürbar zusammengewachsen.

Mein Fazit

Natürlich ist eine öffentliche Gehaltsverhandlung nichts, in das man sich einfach reinstürzen sollte - eine gewisse Grundharmonie im Team ist meiner Meinung nach eine wichtige Voraussetzung. Aber: Für uns bei RECUP war es mit Abstand eine der besten und spannendsten Erfahrungen und wir konnten auf mehreren Ebenen davon profitieren.

  1. Wir sind als Team zusammengewachsen.

  2. Wir sind mit unseren Gehältern zufrieden.

  3. Wir wissen, wo wir stehen und wo wir hinwollen.

  4. Wir verstehen den Beitrag, den wir leisten müssen, um auch in Zukunft selbst für Neues offen zu sein.

Insgesamt also eine tolle Sache! Ich hoffe wir können weiterhin kreativ bleiben und aktiv zu einem positiven Wandel der Arbeitswelt beitragen!

Eure Leonie